Zitat:
Original erstellt von Peter2:
Was es so alles gab:
https://de.wikipedia.org/wiki/Lisp-Maschine---
Ja, damit hatte ich selbst noch zu tun. Was mir im Artikel auffällt, ist, dass die Lispmaschine, die Symbolics als Einsteckkarte für den Apple Mac herausgebracht hat, gar nicht erwähnt wird. Genau das war der Traum des Instituts, an dem ich damals an meiner Dissertation arbeitete. Gescheitert ist das an den immens hohen Kosten, die wir nicht aufbringen konnten.
An unserem Institut haben wir auf SUN UNIX Rechnern in Common Lisp und mit GDL Grafik für Architekturanwendungen entwickelt. Bis uns dann jemand auf AutoCAD aufmerksam gemacht hat, wo ein komplettes CAD-System mitsamt einem eingebautem Lisp Interpreter preiswerter zu haben war wie eine einzige Common Lisp Lizenz. Seitdem programmiere ich Lisp in AutoCAD.
Die Lisp-Maschinen verabeiteten Lisp sozusagen als nativen Maschinencode, vergleichbar mit Assembler für "normale" Prozessoren. Die Lisp-Maschinen waren fundamental anders aufgebaut, beispielsweise war ein Byte dort 40 Bit lang.
Der Mathematik-Gott Gödel hat für den Beweis seines Unvollständigkeitssatzes Lisp erfunden, lange bevor es Computer gab. Und in den 1950er Jahren war Lisp nach Fortran die zweite Computersprache überhaupt, und wurde bereits damals für KI eingesetzt und hat sich bis heute als die wichtigste Sprache für KI gehalten.
Allerdings haben wir es mit AutoLisp bzw VisualLisp nur mit einem unvollständigen Abklatsch von Lisp zu tun. Das mit Abstand wichtigste Sprachelement von Lisp fehlt vollständig: die Makroprogrammierung.
Erst die Makroprogrammierung macht Lisp zur "programmable programming language", und damit zum effektivsten Werkzeug für rapid prototyping. Damit erst kann man Funktionen wie DEFUN, COND, SETQ, oder auch sowas simples wie + auch in Lisp definieren.
Es ist wirklich jammerschade, dass AutoLisp keine Makroprogrammierung kennt.
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